Sicherheit und Wirtschaft

Sicherheit und Wirtschaft

Staaten entstehen und existieren aus zwei Gründen. Menschen leben zusammen, da sie einander besser sichern können und effizienter wirtschaften als allein.

In Schule und Ausbildung jedoch spielen Sicherheit und Wirtschaft bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Außer an Wirtschaftsgymnasien sind Jura, Volks- und Betriebswirtschaftslehre meist nicht einmal Unterrichtsfächer. Zudem lernen Schüler im Sportunterricht alles Mögliche, nur keine Selbstverteidigung. Dabei sind die grundlegenden Kompetenzen eines Einzelnen, sich gegen andere – zumal mit größerer Macht – argumentativ und im Notfall eben auch physisch zur Wehr zu setzen.

Ich frage mich, ist das sträfliche Vernachlässigung oder Absicht? Greifbare Folgen sind jedenfalls ein – für eine Wirtschaftsnation wie Deutschland – frappierend geringes ökonomisches Wissen der Bevölkerung mit einem gerüttelt Maß an Unverständnis gegenüber wesentlichen Dingen wie dem demographischen Wandel, den sozialen Sicherungssysteme, der individuellen und staatlichen Verschuldung, der Rentenpolitik, der privaten Vorsorge, dem Sinn oder Unsinn von Freihandel oder Aktienanlagen und einer der weltweit geringsten Existenzgründerquoten.

Sicherheitspolitisch ist die Lage ähnlich desolat – über die Abschaffung der Wehrpflicht lässt sich trefflich streiten -, aber ist uns nicht ohnehin herzlich egal, was Bundeswehr und Geheimdienste so schaftelhubern? Stehen wir den diversen, neu aufflammenden Krisenherden der Welt achselzuckend gegenüber, so lange nur bei uns nichts geschieht? Besteht unsere Antwort auf die Anforderungen anderer Staaten an uns nicht im wesentlichen in Lieferungen von Geld und Waffen?

Ohne dies alles im Einzelnen zu analysen und zu bewerten, brauchen wir doch ohnehin zunächst überhaupt erst die Grundlage für eine gesellschaftliche Diskussion. Wir Staatsbürger finden doch – bei 50% Wahlbeteiligung und weiter fallend – erst wieder zur Demokratie zurück und füllen sie mit Leben, wenn wir die Kenntnisse und Fähigkeiten dazu wiedererlangen.

Ein guter Anfang dafür wäre, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften zu Kernfächern schon zur mittleren Reife zu machen. Außerdem schön wären Grundkenntnisse in Selbstverteidigung schon ab der Grundschule. Leider aus gutem Grund.

Leif Erik Wollenweber ist Wirtschaftsphilosoph mit einem Faible für die Vernetzung der Themen Strategie, Politik, Leadership und Change. Als Sozial- und Politikwissenschaftler unterrichtet er Fächer der Business Administration an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management und der Hogeschool Venlo. Als unorthodoxer Ratgeber findet Leif Erik Wollenweber effektive Lösungen für Strategie- und Managementprobleme. Von seinen Kunden besonders gefragt ist seine Fähigkeit zur Vermittlung von strategischem und unternehmerischem Denken. Seine Kompetenz basiert auf seiner mehrjährigen Führungserfahrung, vielfältigen Branchenkenntnissen, seinem interdisziplinären Fachwissen als Managementforscher und seiner seit 2009 erfolgreichen Tätigkeit als Unternehmensberater und Business Trainer.

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