Freude oder Angst – Eustress oder Distress

Freude oder Angst – Eustress oder Distress

Stellen Sie sich vor, Sie sind einer der besten Basketballer der Welt. Es ist Samstag und morgen, am Sonntag, ist es so weit. Sie spielen das große Finale gegen einen ebenbürtigen Gegner. Sie sammeln ihre Kraft für den großen Augenblick. Spüren Sie den Kitzel? Ist es Eustress, die Vorfreude vor dem Match, oder ist es Distress, mit der Angst vor dem Versagen?

Nehmen wir an, in dem Finale ginge es um Olympisches Gold. Ich weiß nicht, wie es Ihnen ginge, aber ich wäre elektrisiert.

Aber nehmen wir an, wir schrieben nicht das Jahr 2016, sondern wären in der Zeit der Azteken, die das Spiel erfanden. Nur spielte man damals auf Ringe statt auf Körbe. Vor allem aber erhielten die Verlierer des Spiels keinen Trostpreis, sondern wurden getötet.

Nehmen wir also an, es drohte nicht nur der Verlust eines Spiels, sondern des Kopfs.

Ob wir eine Herausforderung  als bedrohlich oder reizvoll empfinden, hat kaum mit ihrem Schwierigkeitsgrad zu tun, sondern hängt von den befürchteten Konsequenzen ab.

Nun sind die wenigsten von uns Profisportler. Doch jeder, der erleben möchte, wie groß der Unterschied zwischen Komfort- und Angstzone ist, der lege ein dickes Seil durch seinen Garten und balanciere darüber. Das schaffen wir ohne zu zaudern oder zu zögern. Aber wenn wir nun das Seil spannen zwischen unserem Dachfirst und dem des Nachbarhauses. Ob wir den Weg dann mit der gleichen Leichtigkeit schaffen?

Wenn wir uns oder anderen also eine herausfordernde Aufgabe stellen, die das Risiko des Scheiterns trägt, dann hängt das Gelingen viel mehr davon ab, ob diese mit Lust und Vertrauen ausgeführt wird – oder in einer Atmosphäre der Angst. Angst in Unternehmen führt zu einem Stress, der dem Betrieb und auch den Mitarbeitern schadet. Deshalb ist es so wichtig, Menschen ihre Ängste zu nehmen und ihre Energie auf die Ziele zu lenken, für die ihr Herz schlägt.

Fazit: Ob eine Aufgabe Stress oder positive Spannung bewirkt, entscheidet sich nicht durch ihre Schwierigkeit, sondern dadurch, ob wir Angst vor dem Scheitern oder Freude an ihrer Bewältigung spüren.