Die Ökonomie der Helmpflicht

Die Ökonomie der Helmpflicht

Wer ökonomisch analysiert, denkt und argumentiert, kommt oft zu kontraintuitiven, schwer vermittelbaren Ergebnissen, die zudem den Nachteil haben, nicht sonderlich sympathisch zu erscheinen.

Ein fabelhafter Fall ist die Helmpflicht für Erwachsene. Wer einen Helm trägt, erleidet im Falle des Falles weniger schwere Kopfverletzungen, ist also eher auf dem Damm und verursacht geringere Behandlungskosten.

Aber, eine medizinökonomische Studie besagt: Es werden voraussichtlich so viele Radler das Radfahren gleich ganz bleiben lassen, dass der Vorteil des Helms durch die resultierenden Nachteile weit übertroffen werden: der Bewegungsmangel schlägt sich in zahlenmäßig weit schwerwiegenderen Herzerkrankungen nieder und die zusätzlich nun mit dem Auto zurückgelegten Kilometer erhöhen das Risiko im Strassenverkehr.

Das ganze erscheint freilich noch als eine eher komische Randnotiz, doch verdeutlicht es: „Gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht“. Die deutsche Energiewende in ihrer vollen Pracht ist zweifelsohne aus genau dem gleichen Holz geschnitzt, hier ist es also dann doch schon ernst. Die Ökonomie der Helmpflicht – ein Beispiel für „gut gemeint heißt nicht gut gemacht“.