Das Opportunitätskosten-Problem

Das Opportunitätskosten-Problem

Opportunitätskosten sind die entgangenen Gewinne aus den nicht verwirklichten Handlungsalternativen. Wenn ich Karl-Otto heirate, kann ich mit Elvira keine Familie gründen.

Während die EU sich mit Griechenland herumschlägt, verschlimmern sich Probleme wie die Flüchtlingskrise, das Demokratiedefizit, die stockenden TTIP-Verhandlungen, die Mißwirtschaft mit Subventionen, der demographische Wandel, der wirtschaftliche Abstieg gegenüber Asien, die terroristische Bedrohung, die zerfallende Ukraine, das Demokratiedefizit und ganz generell die Visionslosigkeit über die europäische Zukunft.

Während die Bundeskanzlerin international Krisenmanagement betreibt, werden in Deutschland wertvolle Reformen zurückgedreht, notwendige neue gar nicht erst begonnen und große Herausforderungen wie die kommende Überlastung der sozialen Sicherungssysteme, das Auseinanderdriften von Vermögen, eine verfehlte Energiepolitik, die marode Infrastruktur, die zurückgehende Innovationskraft und die langfristig bedrohte Wettbewerbsfähigkeit nicht angefasst.

Während in Unternehmen unnötige Diadochenkämpfe ausgetragen, zweifelhafte Akquisitionen oder gar dubiose Geschäfte verfolgt werden, leidet das Kerngeschäft und kann nachhaltig Schaden nehmen. So verzeichnete Daimler Benz just in der Zeit der gescheiterten Übernahme von Chrysler einen Qualitätseinbruch. War Mercedes Benz zuvor noch unangefochtene No. 1 vor BMW und Audi konnten die beiden Kontrahenden überholen und verdrängten den Alt-Primus bis heute auf den dritten Platz.  Während die Deutsche Bank ohnehin in einer schweren strategischen Krise steckt, die der vollen Aufmerksamkeit ihres Vorstands bedarf, muss sie Milliarden und vor allem unendlich viel Mühen für Gerichtsprozesse in aller Welt aufbringen, wo sie sich (durchaus gerechtfertigten) Anklagen wegen unlauterer Geschäftspraktiken gegenübersieht.

Und ich beschäftige mich schon so lange mit der Frage, ob ich mir ein neues Auto kaufen soll, dass ich mir in der Zeit schon längst eines hätte verdienen können.

Zu oft und zu gern ignorieren wir unsere Opportunitätskosten. Bei allem, was wir tun, könnten wir also noch genauer hinschauen, was wir an anderer Stelle verlieren.

 

Leif Erik Wollenweber ist Wirtschaftsphilosoph mit einem Faible für die Vernetzung der Themen Strategie, Politik, Leadership und Change. Als Sozial- und Politikwissenschaftler unterrichtet er Fächer der Business Administration an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management und der Hogeschool Venlo. Als unorthodoxer Ratgeber findet Leif Erik Wollenweber effektive Lösungen für Strategie- und Managementprobleme. Von seinen Kunden besonders gefragt ist seine Fähigkeit zur Vermittlung von strategischem und unternehmerischem Denken. Seine Kompetenz basiert auf seiner mehrjährigen Führungserfahrung, vielfältigen Branchenkenntnissen, seinem interdisziplinären Fachwissen als Managementforscher und seiner seit 2009 erfolgreichen Tätigkeit als Unternehmensberater und Business Trainer.

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